KS Tools 1/2" miniMONSTER Hochleistungs-Druckluft-Schlagschrauber 1.390 Nm
Zweimal im Jahr steht für viele Autofahrer der Wechsel zwischen Sommer- und Winterrädern an. Wer einen kompletten zweiten Radsatz besitzt und sich unabhängiger von Werkstätten machen möchte, kann den Radwechsel auch selbst erledigen. Dabei kommt es vor allem auf eine gute Vorbereitung, etwas Zeit und das richtige Werkzeug an. In unserem Radwechsel-Ratgeber findest du eine detaillierte Anleitung, wichtige Informationen über den Radwechsel und erfährst, welche tuulz dir die Arbeit erleichtern.
Im Alltag wird meist vom Reifenwechsel gesprochen. Werden jedoch komplette Räder inklusive Felge ausgetauscht, handelt es sich genau genommen um einen Radwechsel. Dieser lässt sich bei vielen Fahrzeugen problemlos selbst durchführen.
Muss dagegen ein Reifen von der Felge abgezogen und ein neuer Reifen montiert werden, ist spezielles Equipment notwendig. Reifenmontage und anschließendes Auswuchten sollten deshalb von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden.
Winter- und Sommerreifen haben unterschiedliche Gummimischungen und Profile. Sie sind jeweils für bestimmte Temperaturen und Wetterbedingungen ausgelegt. Der Wechsel erhöht nicht nur deine Sicherheit, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Reifen.
Die bekannte Faustregel „von O bis O“ (von Oktober bis Ostern) bietet eine grobe Orientierung für den Wechsel. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum gibt es in Deutschland allerdings nicht. Stattdessen gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- oder Reifglätte darf das Fahrzeug nur mit entsprechend geeigneten Reifen gefahren werden. Winter- und geeignete Ganzjahresreifen müssen dafür das Alpine-Symbol mit Berg und Schneeflocke tragen.
Beim Wechsel zurück auf Sommerreifen solltest du dich ebenfalls nicht ausschließlich am Kalender orientieren. Entscheidend sind die tatsächlichen Temperaturen und Wetterbedingungen.
Für Pkw-Reifen gilt eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Für mehr Sicherheitsreserve empfiehlt es sich jedoch, die Reifen bereits früher zu ersetzen. Der ADAC empfiehlt mindestens 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen.
Miss die Profiltiefe am besten an mehreren Stellen der Lauffläche. Auffällig unterschiedliche Abnutzung kann außerdem auf einen falschen Reifendruck, Probleme beim Fahrwerk oder falsche Spureinstellung hinweisen.
Kontrolliere Lauffläche und Reifenflanken auf:
Bei sichtbaren Schäden sollte der Reifen vor der Montage fachgerecht kontrolliert werden.
Über die DOT-Kennzeichnung auf der Reifenflanke kannst du das Produktionsdatum feststellen. Die letzten vier Ziffern stehen für Kalenderwoche und Produktionsjahr. Mit zunehmendem Alter kann das Reifenmaterial aushärten und an Leistungsfähigkeit verlieren. Deshalb solltest du neben der Profiltiefe immer auch den allgemeinen Zustand der Reifen im Blick behalten.
Bei laufrichtungsgebundenen Reifen zeigt ein Pfeil auf der Reifenflanke die vorgeschriebene Drehrichtung an. Einige Fahrzeuge besitzen außerdem unterschiedliche Reifen- oder Felgengrößen an Vorder- und Hinterachse. Prüfe deshalb unbedingt vor der Montage, welches Rad an welche Position gehört.
Tipp: Markiere deine demontierten Räder, z.B. mit „VL“, „VR“, „HL“ und „HR“. So weißt du beim nächsten Wechsel sofort, wo sie zuvor montiert waren.
Stelle dein Fahrzeug auf einem ebenen, festen und tragfähigen Untergrund ab. Ziehe die Feststellbremse an und lege bei einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe einen Gang ein. Bei einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe wird lediglich „P“ eingelegt.
Das Fahrzeug darf während des Radwechsels nicht wegrollen können!
Bevor das Fahrzeug angehoben wird, löst du die Radschrauben lediglich ein Stück. Schraube sie noch nicht vollständig heraus.
Falls dein Fahrzeug mit Felgenschlössern ausgestattet ist, solltest du den passenden Adapter bereits vor Beginn bereitlegen.
Die vorgeschriebenen Aufnahmepunkte unterscheiden sich je nach Fahrzeug. Wo der Wagenheber angesetzt werden darf, findest du in der Betriebsanleitung deines Fahrzeuges.
Achte besonders bei schweren SUVs, Transportern und Elektrofahrzeugen darauf, dass der verwendete Wagenheber für das Fahrzeuggewicht ausgelegt ist.
Hebe das Fahrzeug nur so weit an, dass das Rad keinen Bodenkontakt mehr hat und sich problemlos abnehmen lässt.
Wichtig: Arbeite niemals unter einem Fahrzeug, das ausschließlich von einem Wagenheber gehalten wird. Sind Arbeiten unter dem Fahrzeug erforderlich, muss es zusätzlich fachgerecht gesichert werden.
Schraube die bereits gelösten Radschrauben vollständig heraus und lege sie ab. Anschließend kannst du das Rad vorsichtig von der Radnabe ziehen.
Nutze die Gelegenheit und kontrolliere die sichtbaren Bereiche von Bremsscheiben, Bremsbelägen und Radaufnahme auf Auffälligkeiten.
Entferne losen Schmutz und oberflächlichen Rost vorsichtig von der Anlagefläche. Radauflage und Schraubverbindungen müssen sauber sein.
Radschrauben und deren Gewinde sollten jedoch nicht einfach gefettet oder geölt werden, da dies die beim Anziehen entstehenden Kräfte verändern kann.
Setze das neue Rad gerade auf die Radnabe und drehe die Radschrauben zunächst von Hand ein. Dadurch merkst du schnell, wenn eine Schraube verkantet angesetzt wurde.
Ziehe die Schrauben anschließend leicht und über Kreuz an.
Senke das Fahrzeug so weit ab, dass der Reifen Bodenkontakt hat. Stelle anschließend am Drehmomentschlüssel das vom Fahrzeug- bzw. Felgenhersteller
vorgeschriebene Drehmoment ein und ziehe die Radschrauben über Kreuz fest.
Kontrolliere nach der Montage den Reifendruck aller vier Räder und passe ihn an die Vorgaben des Fahrzeugherstellers an. Die Angaben findest du je nach Fahrzeug in der Betriebsanleitung, im Bereich der Fahrertür oder am Tankdeckel.
Viele moderne Fahrzeuge verfügen über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS). Nach dem Radwechsel kann je nach Fahrzeug ein Reset bzw. das erneute Anlernen des Systems erforderlich sein.
Bei direkt messenden Systemen befinden sich Sensoren in den Rädern. Werden andere Räder montiert, müssen diese mit dem Fahrzeug kompatibel sein.
Nach ungefähr 50 Kilometern Fahrt solltest du die Radschrauben noch einmal mit dem vorgeschriebenen Drehmoment kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen.
Ein stabiler Wagenheber bringt das Fahrzeug sicher auf die benötigte Arbeitshöhe. Wichtig ist, das Tragfähigkeit und Bauart für dein Fahrzeug geeignet sind. Der Wagenheber darf ausschließlich an den vom Fahrzeughersteller vorgesehenen Aufnahmepunkten angesetzt werden.
Beim endgültigen Festziehen der Radschrauben ist der Drehmomentschlüssel unverzichtbar. Das vorgeschriebene Drehmoment unterscheidet sich je nach Fahrzeug, Felge und Radschraube. Es sollte immer anhand der Herstellerangaben eingestellt werden.
Für Radschrauben benötigst du eine Stecknuss in der passenden Größe. Besonders praktisch sind robuste Steckschlüssel beziehungsweise spezielle Kraft-Stecknüsse für Arbeiten am Fahrzeug.
Wer regelmäßig Räder wechselt, spart mit einem Akku-Schlagschrauber viel Zeit beim Lösen und Herausdrehen der Radschrauben. Das endgültige Festziehen sollte jedoch nicht mit dem Schlagschrauber erfolgen. Dafür kommt anschließend der Drehmomentschlüssel zum Einsatz.