EN 388 - Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken
Kurz gesagt: EN 388 bewertet, wie gut ein Handschuh gegen mechanische Belastungen schützt. Auf dem Piktogramm stehen bis zu sechs Stellen – jede für eine andere Prüfung, jede mit eigener Skala. Die Ziffernfolge sieht auf jedem Handschuh gleich aus, bedeutet aber je nach Stelle etwas völlig anderes. Wer sie lesen kann, erkennt in Sekunden, ob ein Handschuh zur Tätigkeit passt.
Das Piktogramm lesen
Unter dem Hammer-Symbol stehen bis zu sechs Zeichen in fester Reihenfolge. Eine höhere Ziffer heißt immer: besser. Ein X heißt: nicht geprüft oder nicht anwendbar – nicht „schlecht".
Die häufigste Fehldeutung: ein X an zweiter Stelle bedeutet nicht, dass der Handschuh keinen Schnittschutz hat. Es bedeutet, dass der Coupe-Test nicht aussagekräftig war – typischerweise, weil das Material die Klinge stumpf macht. Genau diese Handschuhe sind oft die schnittfestesten. Die belastbare Angabe steht dann an Stelle 5 als Buchstabe A bis F.
Worauf es in der Praxis ankommt
Der beste Handschuh ist der, der getragen wird
Ein Handschuh mit Höchstwerten in allen Kategorien ist meist dick, steif und ungenau. Wer damit keine Schraube greifen kann, zieht ihn aus – und dann schützt er gar nicht. Für die meisten Tätigkeiten ist der Handschuh richtig, der die tatsächliche Gefährdung abdeckt und dabei so fein wie möglich bleibt.
Passform entscheidet über die Schutzwirkung
Zu große Handschuhe rutschen und verlieren an Griffsicherheit, zu enge ermüden die Hand und werden früher abgelegt. Handschuhgrößen sind genormt – eine Anprobe vor der Bestandsbeschaffung spart teure Fehlkäufe.
Was EN 388 nicht abdeckt
Die Norm bewertet ausschließlich mechanische Risiken. Für andere Gefährdungen gelten eigene Normen: Chemikalienschutz, Hitzeschutz, Kälteschutz oder Schnittschutz gegen Kettensägen werden hier nicht geprüft. Ein Handschuh mit guten EN-388-Werten kann gegen Lösungsmittel völlig ungeeignet sein.