EN 17353 - Ausstattung zur erhöhten Sichtbarkeit
Kurz gesagt: EN 17353 gilt für mittleres Risiko – dort, wo Menschen gesehen werden müssen, aber nicht im fließenden Verkehr arbeiten. Sie verlangt deutlich kleinere Flächen als EN ISO 20471 und unterscheidet nach Typen statt Klassen: Je nachdem, ob die Gefahr bei Tag, bei Dunkelheit oder bei beidem besteht.
Die drei Typen:
Typ B ist zusätzlich unterteilt – abhängig davon, wo das Material sitzt und ob es eine Bewegung oder eine menschliche Gestalt erkennbar macht: B1 (frei hängende Produkte), B2 (an Armen oder Beinen) und B3 (am Torso beziehungsweise Torso plus Gliedmaßen). Ein einzelnes Reflexband am Arm zeigt, dass sich dort etwas bewegt; erst mehrere umlaufende Streifen lassen einen Menschen als solchen erkennen. Seit der Fassung 2020+A1:2025 ist auch Typ AB entsprechend unterteilt – in AB2 und AB3.
Warum das ein wichtiger Unterschied ist:
Bewegung wahrzunehmen und einen Menschen zu erkennen sind zwei verschiedene Dinge. Ein Fahrer, der nur einen Lichtpunkt sieht, reagiert anders als einer, der eine Person erkennt. Wer die Ausstattung wählt, sollte wissen, welche der beiden Wirkungen er braucht.
EN 17353 oder EN ISO 20471?
Worauf es in der Praxis ankommt
Erhöhte Sichtbarkeit ist kein abgeschwächter Warnschutz
Wer im fließenden Verkehr arbeitet, braucht EN ISO 20471 – daran ändert auch eine gut sichtbare Ausstattung nach EN 17353 nichts. Die Norm ist für Situationen gedacht, in denen keine Warnkleidungspflicht besteht, Sichtbarkeit aber trotzdem Leben rettet: im Wald, auf dem Betriebshof, bei Wartungsarbeiten abseits der Fahrbahn.
Nachrüsten ist möglich - mit Grenzen
Ausstattung nach EN 17353 lässt sich teilweise nachrüsten, etwa als Reflexstreifen an vorhandener Kleidung. Wichtig: Bei ableitfähiger Kleidung nach EN 1149-5 gelten enge Grenzen für nicht ableitfähige Applikationen – bis 5 cm Breite längenfrei, breitere höchstens 10 × 10 cm Fläche.