EN 14058 - Schutz gegen kühle Umgebungen
Kurz gesagt: EN 14058 gilt für einzelne Kleidungsstücke, die bei Temperaturen über −5 °C vor Auskühlung schützen – also für den mit Abstand häufigsten Fall: Herbst, Winter, Zugluft, Kühlbereiche. Für Temperaturen darunter greift EN 342, und die bewertet keine Einzelstücke, sondern komplette Systeme.
Die Kennwerte - RCT ist immer Pflicht. Der Rest hängt an der Auslobung
RCT: bewertet Wärmedurchgangswiderstand des Materials (= Pflicht, 4 Klassen)
AP: Luftdurchlässigkeit – Windschutz (= 3 Klassen – Pflicht, wenn der Einsatz im Freien ausgelobt ist)
WP: bewertet Wasserdurchgangswiderstand (= optionale Angabe – dann Mindestwert 8.000 Pa)
Icler: Resultierende Grundwärmeisolation (= optional – Pflicht bei Rct-Klasse 4)
Der Wärmedurchgangswiderstand Rct (m2 K/W) wird in 4 Klassen eingeteilt:
Je höher der Wert, desto besser hält das Material die Wärme im Inneren:
1. 0,06 ≤ Rct < 0,12
2. 0,12 ≤ Rct < 0,18
3. 0,18 ≤ Rct < 0,25
4. 0,25 ≤ Rct
Worauf es in der Praxis ankommt
Das Zwiebelprinzip schlägt die dicke Jacke
Isolation entsteht durch ruhende Luft. Mehrere dünne Lagen halten mehr Luft als eine dicke – und lassen sich der Tätigkeit anpassen. Wer sich bei körperlicher Arbeit in einer zu warmen Jacke durchschwitzt, kühlt in der nächsten Pause umso stärker aus. Feuchtigkeit ist der größte Wärmeräuber.
Bewegung verändert die Rechnung
Die Prüfwerte werden am ruhenden Material ermittelt. In Bewegung pumpt Kleidung Luft durch Öffnungen an Saum, Ärmeln und Kragen – der reale Wärmeverlust liegt höher als der Laborwert. Abschlüsse, die sich verstellen lassen, sind deshalb kein Detail.
Kälteschutz und Warnschutz gehören oft zusammen
Wer im Winter draußen arbeitet, ist meist auch bei schlechter Sicht unterwegs. Der Großteil unserer Kälteschutz-Modelle trägt deshalb zusätzlich Warnschutz nach EN ISO 20471, viele zusätzlich Wetterschutz.