EN 13758-2 - Schutzeigenschaften gegen ultraviolette Sonnenstrahlung
Kurz gesagt: EN 13758-2 regelt, wann Bekleidung als UV-schützend gekennzeichnet werden darf. Der Kennwert ist der UPF – gemessen nach Teil 1 der Normreihe. Für Menschen, die dauerhaft draußen arbeiten, ist Kleidung der wirksamste UV-Schutz überhaupt: Sie muss nicht nachgecremt werden und wirkt den ganzen Tag.
Was der UPF bedeutet
UPF steht für Ultraviolet Protection Factor. Er beschreibt, welcher Anteil der UV-Strahlung durch das Gewebe dringt: Ein UPF von 40 bedeutet, dass etwa ein Vierzigstel durchkommt – je höher der Wert, desto dichter der Schutz.
Entscheidend für den Wert sind Gewebedichte, Materialart, Farbe und Ausrüstung – nicht die Dicke allein. Ein dicht gewebtes, dunkles Gewebe schützt deutlich besser als ein loses helles. Und: Nasse oder gedehnte Textilien lassen mehr Strahlung durch als trockene.
Warum Arbeitskleidung der beste UV-Schutz ist
Sonnencreme muss alle zwei Stunden erneuert werden – bei körperlicher Arbeit mit Schweiß und Reibung noch häufiger. In der Praxis passiert das selten. Bedeckte Haut ist deshalb der zuverlässigere Schutz, gerade bei Tätigkeiten, die den ganzen Tag im Freien stattfinden.
Die Kennzeichnung - und eine verwirrende Besonderheit
Nach EN 13758-2 ist UPF 40+ die einzige – und damit höchste – Kennzeichnung. Das führt regelmäßig zu Missverständnissen, weil im Handel auch Angaben wie „UPF 50+" auftauchen – die stammen aus der australischen Norm AS 4399 (bis zur Ausgabe 2017 als AS/NZS geführt).
Worauf es in der Praxis ankommt
Der Schutz endet an der Nahtkante
Ein Shirt mit UPF 40+ schützt genau die Fläche, die es bedeckt. Nacken, Unterarme, Ohren und Handrücken bleiben ungeschützt. Bei Tätigkeiten mit dauerhafter Sonneneinstrahlung gehören langärmelige Schnitte, Kopfbedeckung und Nackenschutz zur Ausstattung – nicht als Komfort, sondern als Schutzmaßnahme.
Nass ist nicht gleich trocken
Durchgeschwitzte oder nasse Textilien lassen mehr UV-Strahlung durch. Bei körperlicher Arbeit in der Sonne ist ein Wechselshirt deshalb nicht nur eine Komfortfrage. Ebenso gilt: Stark gedehnte Bereiche – etwa über den Schultern – schützen schlechter als locker sitzende.
UV wirkt auch bei Bewölkung
Ein erheblicher Teil der UV-Strahlung durchdringt Wolken. Die gefühlte Temperatur ist kein Maßstab für die UV-Belastung – deshalb ist UV-Schutz auch an bedeckten Sommertagen relevant.
Hautkrebs ist eine anerkannte Berufskrankheit
Plattenepithelkarzinome und aktinische Keratosen durch natürliche UV-Strahlung sind in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt. Für Arbeitgeber ist UV-Schutz damit Teil der Gefährdungsbeurteilung bei Außentätigkeiten – nicht nur eine Fürsorgegeste.