EN 13034 - Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien (Typ 6 und PB [6])
Kurz gesagt: EN 13034 regelt Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien – allerdings mit klar begrenztem Anspruch. Typ 6 ist die niedrigste Leistungsstufe des Chemikalienschutzes und gedacht für Situationen, in denen mit leichtem Sprühnebel, Aerosolen oder geringen Spritzern zu rechnen ist und der Träger Zeit hat zu reagieren. Für Arbeiten im direkten Chemikalienkontakt ist sie nicht gemacht.
Was Typ 6 leistet
- Chemikalienschutzkleidung mit eingeschränkter Schutzleistung (auch wiederverwendbar)
- Schutz vor Aerosolen, Sprays und leichten Spritzern
- Einsatz bei geringem Risiko und rechtzeitig erkennbarer Verunreinigung
- Prüfung auf Abweisung und Durchdringung von Chemikalien
- Typ 6: Ganzkörperschutz | Typ PB[6]: Teilkörperschutz (z. B. Schürzen, Ärmelschoner)
Was Typ 6 nicht leitstet
- Niedrigste Leistungsstufe im Chemikalienschutz
- Schutz nur gegen leichten Sprühnebel und geringe Spritzer
- Kein Schutz bei Eintauchen, Druckstrahl oder dauerhaftem Chemikalienkontakt
- Eignung der Kleidung für spezifische Chemikalien gesondert prüfen
- Normprüfung basiert auf Standardchemikalien, nicht auf allen Stoffen
Endlicher Schutz
Die Multinorm-Gewebe sind inhärent schützend: Flammschutz, Störlichtbogenschutz und Elektrostatik stecken in der Faser selbst und bleiben über die gesamte Lebensdauer erhalten. Für den Chemikalienschutz gilt das ausdrücklich nicht.
Der Chemikalienschutz nach EN 13034 beruht auf einer Ausrüstung der Oberfläche, nicht auf einer Eigenschaft der Faser. Er ist damit als einzige Schutzfunktion unserer Multinorm-Kleidung waschabhängig endlich. Flammschutz hält, solange das Gewebe hält – der Chemikalienschutz nicht.
Praktisch heißt das: Bei Ware, die auch wegen EN 13034 beschafft wurde, bestimmt nicht der optische Zustand den Austauschzeitpunkt, sondern die Zahl der Waschzyklen. Wer im Textilservice arbeitet, sollte das in den Vertrag schreiben – die Kleidung sieht noch lange gut aus, wenn die flüssigkeitsabweisende Ausrüstung längst nachgelassen hat.
Worauf es in der Praxis ankommt
Der Abperleffekt ist das Frühwarnsystem
Solange Flüssigkeit auf dem Gewebe abperlt, ist die Ausrüstung intakt. Sobald sich das Material vollsaugt und dunkle Flecken bleiben, ist die Schutzwirkung dahin – auch wenn das Teil sonst einwandfrei aussieht. Dieser Test kostet nichts und lässt sich in jeder Ausgabestelle machen.
Nachimprägnieren nur nach Herstellerangabe
Die Norm sieht die Erneuerung der abweisenden Ausrüstung ausdrücklich vor – nach den Angaben des Herstellers, der auch nennen muss, wann eine Wiederholung nötig wird. Eine Imprägnierung auf eigene Faust mit beliebigen Mitteln stellt die geprüfte Schutzwirkung dagegen nicht sicher. Halte dich an die Pflegeanleitung des jeweiligen Artikels.
Nicht in jeder Linie enthalten
Bei uns ist der Chemikalienschutz in der KÜBLER PROTECTIQ-Klassiklinie und bei KÜBLER SAFETY X standardmäßig enthalten. Bei den HIGH-VIS-Modellen ist er nicht im Standard, aber auf Anfrage lieferbar. Wer Warnschutz und Chemikalienschutz zusammen braucht, sollte das bei der Anfrage ausdrücklich nennen.